In seiner Grußbotschaft erinnerte Rektor Töchterle daran, dass die Theologische Fakultät “zum weltweiten Aushängeschild der Innsbrucker Universität und auch der Stadt Innsbruck geworden ist. Die Handbücher von Noldin, Hurter und Lercher sind weltweit in Seminaren zum Standardlehrmaterial geworden, die Innsbrucker Absolventen lehren an zahlreichen Fakultäten weltweit, leiten Diözesen und Pfarreien. Selbst im Himmel ist die Fakultät mit einigen Seligen gut vertreten. Der Segen Gottes nahm die Innsbrucker Fakultät aus der Dramatik der Geschichte nicht heraus. Immer wieder in Frage gestellt, wurde sie - als einzige unter den deutschsprachigen theologischen Fakultäten - im Jahre 1938 zum zweiten Mal aufgehoben. Denn die Gesinnung der Innsbrucker Jesuiten stand im deutlichen Gegensatz zur neuen Heilslehre; es gereicht der Fakultät zur Ehre, dass sie in einem der letzten Akte vor der Aufhebung noch das Ehrendoktorat an den „Löwen von Münster“, den mutigen Kritiker der Nationalsozialisten, Erzbischof Clemens Maria Graf von Galen aus Münster verliehen hat. Als kirchliche Fakultät überlebte sie durch das Canisianum im Schweizer Exil. Nach dem zweiten Weltkrieg durch einen einstimmigen Beschluss des akademischen Senats gleich im Juni 1945 wiedererrichtet, arbeitete die Fakultät an einer gediegenen theologischen Kultur weiter, sorgte gerade durch die Gebrüder Rahner, durch Andreas Jungmann, Emerich Coreth, Herlinde Pissarek-Hudelist oder Raymund Schwager für Maßstäbe theologischen Denkens - und dies weltweit.” Der Rektor unterstrich die Bedeutung der Theologischen Fakultät gerade in der heutigen Zeit: “Damit die Universität weiterhin ein Forum bleibt, auf dem die Maßstäbe des Humanum für das menschliche Leben und Zusammenleben geprägt werden, braucht es eben eine gegenwarts- und zukunftsbezogene Wertreflexion. ‘Religion ist das Thema der Zukunft’ - dieser Slogan steht auf der Werbebroschüre der Fakultät.” Deswegen verband er mit der Gratulation zum Jubiläum den Wunsch, dass die Fakultät “mutig die anfallenden Aufgaben aufgreift, Position bezieht und um die Gestalt der Universität von morgen mit streitet. Zu dieser Aufgabe ist sie ja durch ihre Vergangenheit bestens legitimiert. An ihrer Kompetenz für diese interdisziplinäre Arbeit zweifle ich nicht”- beendete der Rektor sein Grußwort. |