WissenAmFreitag #47 - 14/10/2022

Hallo,

im Metropolkino läuft von Samstag bis Dienstag das 21. Innsbruck Nature Film Festival. Zu sehen sind 50 Umweltdokus, Natur- und Kurzfilme, die im Wettbewerb laufen, dazu gibt es auch ein buntes Rahmenprogramm. Mal kann man dafür gleich im Kino bleiben, z.B. um sich die Ausstellung „100 Jahre Tiroler Genbank“ im Foyer anzusehen, mal geht es ins Freie, weil bei einem Naturfilmfestival in Innsbruck die Natur praktischerweise direkt vor der Tür liegt. Als Exkursion werden unter anderem eine Führung durch den Naturpark Karwendel oder ein Besuch des Weltackers angeboten.

Vor knapp fünf Monaten saß ich als Teil der Vorjury im Patscherkofel-Schutzhaus. Die Wand im Speisesaal war von oben bis unten mit Papierbögen bedeckt, auf denen Filmtitel standen. Ich hatte zwei Stimmen zu vergeben. Das war gar nicht so einfach, denn im Vorfeld hatte ich mir über 20 Stunden Filmmaterial angesehen (und aussortiert). Von Naturidyllen, Eindrücken der Klimakrise bis hin zu experimentellen Tanzeinlagen war da alles dabei.

Meine erste Stimme ging jedoch ohne viel Überlegung an „Carbon – The Unauthorised Biography“. Auf die Idee, ein chemisches Element als Protagonisten zu wählen, muss man erst einmal kommen. Daraus ist auch ein ziemlich spannender Film geworden, denn schließlich ist Kohlenstoff in allem Lebendigen drin und war bei jedem Moment Geschichte dabei. Es ist ein Element, dass uns in seiner Form als CO2 gerade wahnsinnige Probleme bereitet, aber ohne das es uns überhaupt nicht geben würde. Äußerst sehenswert.
Von den 50 Filmen, die es letztendlich in die Auswahl geschafft haben, habe ich trotzdem nur einen kleinen Teil sehen können. Das werde ich über die nächsten Tage nachholen.

Meinen Platz in der Vorjury habe ich ergattert, weil das Innsbruck Nature Film Festival sehr eng mit der Universität Innsbruck zusammenarbeitet. Als Wissenschaftspartnerin des Festivals bietet die Uni unter anderem Science Glimpses an, organisiert von Günter Scheide von der Transferstelle Wissenschaft-Wirtschaft-Gesellschaft. Die Idee der Science Glimpses ist es, vor oder nach Filmen kurze Einblicke zu gewähren, um einen wissenschaftlichen Kontext herzustellen.

Einige Beispiele: auf den Film The Seeds of Vandana, der vom Kampf einer indischen Umweltaktivistin gegen Saatgutkonzerne handelt, folgt ein Science Glimpse mit Michael Traugott vom Institut für Zoologie und nach The Recycling Myth ein Gespräch mit Katharina Momsen vom Institut für Finanzwissenschaft. Kontroversere Themen, die ausführlichere Diskussionen nach sich ziehen, werden in Panels diskutiert.

Alle weiteren Infos zu den Filmen und den Side-Events gibt es auf naturefestival.eu, Tickets für die Filme auf der Webseite des Metropol Kinos. Zu jeder Kinokarte gibt es übrigens auch eine freie Hin- und Rückfahrt mit den öffentlichen IVB-Linien.

Ein schönes Wochenende mit vielen interessanten Filmen wünscht
Fabian Oswald
Kommunikationsteam Universität Innsbruck

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