Bachelorstudium Atmosphärenwissenschaften
Du willst das Atmosphären-Klimasystem besser verstehen und interdisziplinär arbeiten?
In diesem Studium wird interdisziplinär ein Grundverständnis des Atmosphären-Klimasystems am Schnittpunkt von Physik, Mathematik, Chemie, Informatik und Statistik erarbeitet.
Wetter, Klimaänderung, Luftschadstoffe und Gletscher numerisch und statistisch modellieren, messen und analysieren – mit dem Fokus auf atmosphärische Prozesse in Gebirgen.
Studienkennzahl
UC 033 604
FAQ
Absolvent:innen
- verstehen komplexe, miteinander wechselwirkende Prozesse im Erd-Atmosphärensystem und beherrschen Werkzeuge und Methoden, um diese zu analysieren und vorherzusagen.
- nutzen kritisch-analytisches Denken zur Lösung auch unbekannter Problemstellungen
- beherrschen Programmiersprache(n), die Sprache der Mathematik und Methoden der Statistik und Data Science und können sich damit eigenständig in neue Werkzeuge und Methoden einarbeiten
Absolvent:innen
- haben ein tiefgreifendes Wissen und praktische Fähigkeiten, mit denen sie komplexe interagierende Prozesse im Erd-Atmosphärensystem verstehen, analysieren und vorhersagen können
- verstehen die theoretischen Grundlagen der Strömungen in der Atmosphäre und der Luftchemie, der numerischen Vorhersage von Wetter- und Klima und der Klimaänderung
- können Daten der Messplattformen zur Erfassung des Zustands des Erdatmosphärensystems auf vielen räumlich-zeitlichen Skalen auswerten und analysieren
- können mit einem tiefgreifenden Verständnis jener Prozesse im Erd-Atmosphärensystem, die zum Klimawandel führen, und der Methoden und Ergebnisse von Klimaprojektionen einen direkten und kritischen Beitrag zu nötigen Maßnahmen zur Reduktion der Folgen des Klimawandel leisten
- können Prozesse, die durch die Interaktion der Atmosphäre mit dem Gebirge zustande kommen verstehen, analysieren und vorhersagen (Forschungsschwerpunkt des Instituts und hautnahes Erleben durch Standort mitten in den Alpen)
- beherrschen Programmiersprachen und können mit Fertigkeiten in Statistik, Machine Learning und Data Science die riesigen Datenmengen aus der Messung und Vorhersage des Erd-Atmosphärensystems und auch anderer Bereiche analysieren und bewerten
- haben in individueller Schwerpunktsetzung Fertigkeiten erworben, mit denen sie fächerübergreifend arbeiten können
- können in Teams arbeiten und in ihren Fachbereichen komplexe Projekte leiten
Berufseinstieg: Absolvent:innen sind qualifiziert für Aufgaben in der privaten und öffentlichen Wettervorhersage und in Bereichen, die von Wetter, Klima und Klimaänderung betroffen sind, wie z.B. Umwelt, Energie, Land- und Forstwirtschaft, Verkehr, Finanz- und Versicherungswesen und Tourismus. Dazu zählen auch auf erneuerbare Energien und energieeffiziente Gebäude spezialisierte Ingenieur- und Planungsbüros. Absolventinnen und Absolventen haben die nötigen Fertigkeiten, um in öffentlichen Institutionen auf Bundes- und Landesebene im Umweltbereich - Luftgüte, Hydrographie, Stadtklima, Lawinenwarndienste, etc. - zum Wohl der Allgemeinheit beizutragen. Die Fertigkeiten im Softwarebereich und in Data Science in Kombination mit analytischem Denken ermöglichen Arbeiten in Berufsfeldern, in denen große Datenmengen analysiert und verarbeitet werden müssen.
Weiter studieren: Das Bachelorstudium Atmosphärenwissenschaften bereitet die Studierenden auf ein einschlägiges Masterstudium im Bereich des Erd-Atmosphärensystems vor, z.B Atmosphärenwissenschaften, Klimawissenschaften, Umweltmeteorologie, Glaziologie, Atmosphärenchemie, Hydrologie, Erderkundung.
Absolvent:innentracking: Zeigt, in welche Berufsfelder Studierende nach dem Studienabschluss einsteigen
Fakultät für Geo- und Atmosphärenwissenschaften Prüfungsreferat Informationen für Studierende mit Behinderung
Warum Atmosphärenwissenschaften in Innsbruck studieren?
Die Master-Studentinnen Antonia Fritz und Marie Schroeder waren zu Gast bei Sebastian Possert von Life Radio Tirol und haben dort im Wissenschaftspodcast über ihre Erfahrungen im Masterstudium der Atmosphärenwissenschaften gesprochen.
Außerdem geben sie Einblick in ein Projekt, in dem sie Luftdruck-Schwankungen an Föhntagen untersuchen.
Curriculum
Das Curriculum ist die Grundlage eines Studiums und vermittelt einen detaillierten Überblick zum Aufbau, zum Inhalt, zur Prüfungsordnung und zum Qualifikationsprofil.
Mittels Curriculum können mehrere wichtige Fragen bereits vor Studienbeginn geklärt werden: welche Zulassungsvoraussetzungen gelten für das Bachelorstudium Atmosphärenwissenschaften , wie lange dauert das Studium, welche Module müssen absolviert werden etc.
Für das Bachelorstudium Atmosphärenwissenschaften gilt aktuell das Curriculum 2021W.
Informationen zum Curriculum (2021W)
Die Gesamtfassung des Curriculums spiegelt das aktuell gültige Curriculum wider, ist rechtlich unverbindlich und dient lediglich der Information. Die rechtlich verbindliche Form des Curriculums inkl. etwaiger Änderungen finden Sie in den entsprechenden Mitteilungsblättern.
Die Information, welche Curriculumsversion für Sie gilt, entnehmen Sie bitte Ihrem Studienblatt
abrufbar unter: https://lfuonline.uibk.ac.at/public/lfuonline_meinestudien.studienblatt
Spalte: Curriculum in der geltenden Fassung
- Curriculum/Gesamtfassung (ab 01.10.2021)
- Mitteilungsblatt vom 01.09.2021, 102. Stück, Nr. 1031 (Berichtigung des Curriculums)
- Mitteilungsblatt vom 28.06.2021, 87. Stück, Nr. 893
Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP)
(1) Im Rahmen der Studieneingangs- und Orientierungsphase, die im ersten Semester stattfindet, sind folgende Lehrveranstaltungsprüfungen abzulegen:
- VO Einführung in die Atmosphärenwissenschaften (PM 1 lit. a, 2 SSt, 2,5 ECTS-AP),
- VO Mechanik und Wärmelehre (PM 4 lit. a‚ 4 SSt, 6 ECTS-AP).
(2) Der positive Erfolg bei allen Prüfungen der Studieneingangs- und Orientierungsphase berechtigt zur Absolvierung der weiteren Lehrveranstaltungen und Prüfungen sowie zum Verfassen der Bachelorarbeit.
(3) Vor der vollständigen Absolvierung der Studieneingangs- und Orientierungsphase können Lehrveranstaltungen im Ausmaß von 21,5 ECTS-AP absolviert werden. Im Curriculum festgelegte Anmeldungsvoraussetzungen sind einzuhalten.
Empfohlener Studienverlauf
Der unten angeführte, exemplarische Studienverlauf gilt als Empfehlung für Vollzeitstudierende, die das Studium im Wintersemester beginnen. Die Aufstellung dient der Darstellung eines möglichen Studienablaufs und ist nicht verpflichtend. Etwaige Prüfungswiederholungen bzw. deren studienzeitverzögernde Wirkung sind nicht berücksichtigt.
Die Regelstudienzeit beträgt 6 Semester bzw. 180 ECTS-AP, wobei gemäß Universitätsgesetz die Arbeitsbelastung eines Studienjahres 1.500 (Echt-)Stunden zu betragen hat und dieser Arbeitsbelastung 60 Anrechnungspunkte zugeteilt werden (ein ECTS-Anrechnungspunkt entspricht einer Arbeitsbelastung der Studierenden von 25 Stunden).
5,0 ECTS-AP: PM Einführung in die Atmosphärenwissenschaften und Mathematik
7,5 ECTS-AP: PM Lineare Algebra
7,5 ECTS-AP: PM Analysis 1
10,0 ECTS-AP: PM Mechanik und Wärmelehre
10,0 ECTS-AP: PM Analysis 2
7,5 ECTS-AP: PM Mathematische Methoden der Physik 1
7,5 ECTS-AP: PM Atmosphärische Thermodynamik und Strahlung
5,0 ECTS-AP: VU Einführung ins Programmieren für Atmosphärenwissenschaften
3,0 ECTS-AP: VO Statistische Datenanalyse
4,5 ECTS-AP: PS Statistische Datenanalyse
10,0 ECTS AP: PM Atmosphärendynamik und Wettervorhersage 1
2,5 ECTS-AP: VU Aerosole
5,0 ECTS-AP: VU Klimasystem
5,0 ECTS-AP: Vertiefung Atmosphärenwissenschaften ODER Individuelle Schwerpunktsetzung
7,5 ECTS-AP: VU Atmosphärenchemie
15,0 ECTS-AP: PM Atmosphärendynamik und Wettervorhersage 2
2,5 ECTS-AP: VU Kryosphäre und Klima
2,5 ECTS-AP: VU Klimaänderung
2,5 ECTS-AP: Vertiefung Atmosphärenwissenschaften ODER Individuelle Schwerpunktsetzung
12,5 ECTS-AP: PM Angewandte Methoden
17,5 ECTS-AP: Vertiefung Atmosphärenwissenschaften ODER Individuelle Schwerpunktsetzung
15,0 ECTS-AP: Seminar mit Bachelorarbeit
15,0 ECTS-AP: Vertiefung Atmosphärenwissenschaften ODER Individuelle Schwerpunktsetzung

Semester | ECTS-AP | Titel |
---|---|---|
Wahlpaket
Im Rahmen des Bachelorstudiums kann ein Wahlpaket im Umfang von 30 ECTS-AP absolviert werden.
Weiterführende Informationen bzw. eine Liste möglicher Wahlpakete sind abrufbar unter:
https://www.uibk.ac.at/studium/angebot/wahlpakete/
Erweiterung des Studiums
Im Rahmen dieses Studiums kann das Erweiterungsstudium Informatik im Umfang von 60 ECTS-AP absolviert werden. Die Zulassung zur Erweiterung setzt die Zulassung zu einem oder den bereits erfolgten Abschluss eines ausgewählten Studiums voraus. Weitere Informationen sind abrufbar unter:
Informationen zur Prüfungsordnung inkl. Bewertung und Benotung
Prüfungsordnung
Die Prüfungsordnung ist integraler Bestandteil des Curriculums, detaillierte Informationen finden Sie unter dem Paragrafen Prüfungsordnung.
Bei der Notenverteilungsskala handelt es sich um die statistische Darstellung der Verteilung aller positiv absolvierten Prüfungen, die innerhalb eines Studiums bzw. eines Studienfaches (unter Heranziehung aller gemeldeten Studierenden eines Studiums bzw. eines Studienfaches) erfasst wurden. Die Notenverteilungsskala wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert.
A | B | C | D | E |
---|---|---|---|---|
Österreichische Notenskala | Definition | %-Satz | ||
1 | SEHR GUT: Hervorragende Leistung | =100% | ||
2 | GUT: Generell gut, einige Fehler | |||
3 | BEFRIEDIGEND: Ausgewogen, Zahl entscheidender Fehler | |||
4 | GENÜGEND: Leistung entspricht den Minimalkriterien | |||
5 | NICHT GENÜGEND: Erhebliche Verbesserungen erforderlich, Erfordernis weiterer Arbeit |
wird aktualisiert
Gesamtbeurteilung der Qualifikation
Nicht zutreffend
Erklärung: Eine Gesamtbeurteilung (mit Auszeichnung bestanden, bestanden, nicht bestanden) wird nur über eine studienabschließende Prüfung, die aus mehr als einem Fach besteht, vergeben (im Curriculum dieses Studiums ist diese nicht vorgesehen).
Formulare
- Nachweis über die Bachelorarbeit gemäß Curriculum
- Prüfungsprotokoll
Hinweis: Nach positiver Absolvierung der letzten Prüfung des Bachelorstudiums sind das ausgefüllte "Prüfungsprotokoll" sowie der "Nachweis über die Bachelorarbeit gemäß Curriculum" im Prüfungsreferat einzureichen. - Ansuchen um Anerkennung von PrüfungenUND Beiblatt
- Deckblatt für Bachelorarbeit
- Eidesstattliche Erklärung (der Bachelorarbeit beifügen)
- Antrag um Zulassung zur dritten und vierten Wiederholung einer Lehrveranstaltungsprüfung
Kontakt und Information
Prüfungsreferat
Standort Innrain 52d
Studienbeauftragter
Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Georg Mayr
Studiendekanin (ab 01.03.2024)
Priv.-Doz. Mag. Dr. Gertraud Meißl
Informationen zum Studium
Zum Archiv für ältere Curricula Vorlesungsverzeichnis
Aus der Praxis

Afrikas Gletscher gehen stark zurück
Die wenigen Gletscher Afrikas schwinden einer Studie zufolge im Zuge der Klimakrise rasch – und könnten bis Mitte des Jahrhunderts verschwunden sein. Auf dem fast 6.000 Meter hohen Kilimandscharo in Tansania, dem etwa 5.300 Meter hohen Mount Kenia in Kenia und dem rund 5.100 Meter hohen Ruwenzori-Gebirge an der Grenze zwischen Uganda und der Demokratischen Republik Kongo haben sich die Eisflächen allein seit den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts mehr als halbiert.

Luftgüte: Lehrmeinung muss revidiert werden
Langzeitmessungen im Stadtgebiet von Innsbruck zeigen, dass der Anteil von bodennahem Ozon in Atmosphärenmodellen tendenziell überschätzt wird. Als Konsequenz muss eine für die Luftgüteprognose grundlegende Lehrmeinung für den urbanen Raum neu interpretiert werden. Die Messungen eines internationalen Teams um den Atmosphärenforscher Thomas Karl belegen außerdem, dass direkte Stickstoffdioxid-Emissionen überbewertet werden.

Grönlands Eiswände als Frühwarnsystem fürs Klima
Gletscher, die an Land durch senkrechte Eiswände begrenzt sind, sind rar. Diese Eiskliffe reagieren besonders sensibel auf Veränderungen von Umweltbedingungen. Forschungsteams aus Tirol und der Steiermark untersuchen die Eisformationen an einem Standort hoch im Norden Grönlands. Sie wollen anhand der Veränderungen der Gletscherwände Rückschlüsse auf die Entwicklung des arktischen Klimas ziehen.

CO2-Emissionen in Innsbruck stark zurückgegangen
Luft-Messungen am Atmosphärenobservatorium der Universität Innsbruck zeigen, dass die Kohlendioxidemissionen in Westösterreich seit 2018 um rund 20 Prozent gesunken sind. Die Emissionen liegen damit deutlich unter den von verschiedenen Modellen prognostizierten Werten. Beobachtungsdaten werden zunehmend wichtig, für die Beurteilung der Plausibilität von Treibhausgasbilanzen.